Unterschied zwischen VPS und VPN: Verbindungen annehmen oder schützen

Ein VPS und ein VPN erfüllen gegensätzliche Aufgaben. Einen VPS mieten Sie, damit sich andere mit ihm verbinden können. Das können Besucher Ihrer Website sein, Ihre Kunden oder Dienste, die Daten an Ihren Bot senden. Ein VPN schützt die Verbindungen, die Ihr Gerät herstellt. Das Gerät verschlüsselt den Datenverkehr und sendet ihn an einen VPN-Server. Websites erhalten Ihre Anfragen dann von diesem Server, nicht von Ihrem Gerät. Wenn Sie falsch wählen, bezahlen Sie für einen Server statt für eine geschützte Verbindung oder umgekehrt.
Der Unterschied liegt in der Richtung der Verbindungen
Mit einem VPS verbinden sich andere, über ein VPN verbinden Sie sich. Diese Richtung ist die kurze Antwort auf die Frage nach dem Unterschied zwischen VPS und VPN. Von ihr hängt auch ab, wer den Server wartet und welche Adresse Websites sehen.
Ein VPS: Andere verbinden sich mit ihm
Ein VPS (virtueller privater Server) ist eine virtuelle Maschine auf der Hardware eines Hosting-Anbieters. Meist teilt ein Hypervisor einen physischen Server in mehrere isolierte Maschinen auf. Auf jeder Maschine läuft ein eigenes Betriebssystem, und ihre Daten bleiben von denen der anderen getrennt. Für Sie ist ein VPS ein Server im Internet mit einer öffentlichen Adresse. Er bleibt online, auch wenn Ihr Laptop zugeklappt ist.
Ein VPS ist deshalb der Ort für Dienste, die andere jederzeit erreichen müssen:
- ein Bot, für den Telegram neue Nachrichten per Webhook direkt an den VPS sendet
- eine persönliche Cloud, in die Ihr Smartphone nachts Fotos hochlädt
- eine Buchungsseite, die Ihre Kunden aufrufen
- eine Aufgabenverwaltung für Ihr Team
Der Hosting-Anbieter stellt die Maschine, das Netzwerk und den Administratorzugang bereit. Sie installieren die Software, aktualisieren sie und schützen den VPS.
Ein VPN: Sie verbinden sich darüber
Bei einem VPN stellt Ihr Gerät die Verbindungen her, und das VPN schützt sie unterwegs. Die App baut einen verschlüsselten Tunnel zu einem VPN-Server auf. Der Server leitet Ihre Anfragen an Websites weiter. Das Netzwerk, in dem Sie sich befinden, sieht nur eine Verbindung zu diesem Server. Websites sehen seine Adresse statt Ihrer eigenen. Jeden Schritt der Verbindung zeigt unser Artikel darüber, wie ein VPN funktioniert.
Den VPN-Server betreibt und aktualisiert der VPN-Dienst. Ihre Aufgabe ist es, die VPN-Verbindung dort herzustellen, wo Sie Schutz brauchen. Ein Beispiel ist ein offenes WLAN in einem Coworking-Space oder auf einer Konferenz. Ein anderes Beispiel ist eine Reise, auf der sich im lokalen Netzwerk eine Website nicht öffnet, die Sie brauchen. Ein eigener Artikel vergleicht ein VPN mit einem Proxy.
Ein selbst gehostetes VPN: eine Adresse, eine Stadt, ein Server
Für ein selbst gehostetes VPN mieten Sie einen VPS und betreiben darauf einen VPN-Server. Der VPS nimmt dann Verbindungen Ihrer eigenen Geräte an. Den Datenverkehr dieser Geräte schickt er von seiner eigenen Adresse ins Internet. Diese Variante funktioniert, hat aber 3 Eigenschaften, die Sie vor dem Start kennen sollten.
- Eine Adresse, die nur Sie nutzen. Die Adresse bleibt meist gleich, solange Sie den VPS mieten. Das hilft, wenn ein Arbeitssystem nur eine freigegebene IP-Adresse akzeptiert. Für die Privatsphäre ist das ein Nachteil, denn Websites können über diese eine Adresse alle Ihre Besuche miteinander verknüpfen.
- Eine Stadt. Der VPS bleibt in seinem Rechenzentrum, wenn Sie verreisen. Angenommen, Ihr VPS steht in Frankfurt und Sie fliegen nach Bangkok. Die Entfernung beträgt fast 9.000 km (etwa 5.600 Meilen). Pro Kilometer Glasfaser kommen etwa 5 Mikrosekunden Verzögerung hinzu. Allein der Weg zum VPS und zurück verlängert dann jede Anfrage um rund 90 Millisekunden. Reale Routen sind länger als die Luftlinie. Für ein anderes Land brauchen Sie einen weiteren VPS.
- Ein Server. Eine Route mit Zwischenstation in einem anderen Land braucht einen zweiten Server und eine Verbindung zwischen den Servern. Auch diese Verbindung richten Sie selbst ein.
Ein gewöhnlicher VPS, ein selbst gehostetes VPN und Ben's VPN
Die Tabelle vergleicht die 3 Varianten in 7 Punkten.
| Was wir vergleichen | Gewöhnlicher VPS | Selbst gehostetes VPN | Ben's VPN |
|---|---|---|---|
| Wer sich verbindet | Besucher, Kunden und Dienste verbinden sich mit Ihrem VPS | Ihre eigenen Geräte verbinden sich mit Ihrem VPS | Ihre Geräte verbinden sich mit dem Standort, den Sie wählen |
| Wo Ihr Datenverkehr ins Internet gelangt | Wie gewohnt, denn der VPS leitet Ihren Datenverkehr nicht weiter | In der Stadt des Rechenzentrums | Am Standort, den Sie in der App gewählt haben |
| Wenn Sie weit vom Server entfernt sind | Keine Auswirkung. Ihr Datenverkehr geht direkt zu den Websites | Jede Anfrage läuft über die Stadt des VPS | Wählen Sie einen näheren Standort. Mit der Schaltfläche „Schnellste“ sucht die App einen Standort in Ihrer Nähe aus |
| Statische IP-Adresse | Meist ja, solange Sie bezahlen | Meist ja, und nur Sie nutzen sie | Nicht garantiert. Adressen können sich ändern, zum Beispiel wenn Sie die Schaltfläche „Server ersetzen“ unter „Mein Profil“ → „Einstellungen“ verwenden |
| Route über einen zusätzlichen Server | – | Ein zweiter VPS und eine Verbindung, die Sie einrichten | Im automatischen Modus schaltet die App „Multihop“ ein, wenn die Verbindung instabil ist |
| Datenverkehr, der am VPN vorbeiläuft | – | Die Routing-Regeln schreiben Sie selbst | Eine eigene Adressliste im Modus „Manuell“ |
| Hilfe bei Störungen | Der Hosting-Anbieter behebt Probleme mit Hardware und Netzwerk. Alles andere beheben Sie selbst | Der Hosting-Anbieter behebt Probleme mit Hardware und Netzwerk. Probleme mit dem VPN-Server und Ihren Geräten beheben Sie selbst | Support 24/7 im Chat der App |
4 Fälle: ein VPS, ein VPN oder beides
- Ein Dienst, der 24/7 Verbindungen annimmt. Ein solcher Dienst läuft auf einem VPS. Ben's VPN kann dabei nicht helfen, weil wir keine Server vermieten.
- Internetzugang im Coworking-Space, auf einer Konferenz oder auf Reisen. Hier brauchen Sie ein VPN und keinen Server, den Sie mieten oder warten müssten. Ihr Gerät stellt die Verbindungen her, und die App schickt sie durch einen verschlüsselten Tunnel.
- Eine Adresse, die gleich bleibt. Eine solche Adresse brauchen Sie zum Beispiel, wenn ein Arbeitsserver Verbindungen nur von Ihrer IP-Adresse annimmt. Wählen Sie einen eigenen VPS oder eine statische IP-Adresse von Ihrem Internetanbieter. Bei Ben's VPN können sich die Adressen ändern.
- Ein Bot auf dem VPS und ein VPN auf dem Laptop. In diesem Fall brauchen Sie beides, einen VPS und ein VPN. Der einzige Punkt, den Sie prüfen sollten, ist der SSH-Zugang zum VPS. Der nächste Abschnitt beschreibt ihn.
Mit Split-Tunneling bleibt der SSH-Zugang zu Ihrem VPS erhalten
Ein VPN auf dem Laptop lässt sich mit einem VPS kombinieren, den Sie bereits betreiben. SSH hat eine eigene Verschlüsselung für die Sitzung. Das VPN ist dafür nicht nötig. Das Problem sind die Zugriffsregeln auf dem VPS. Möglicherweise nimmt Ihr VPS SSH-Verbindungen nur von Ihrer IP-Adresse zu Hause an. Bei aktiver VPN-Verbindung sieht er die Adresse des VPN-Servers und lehnt die Verbindung ab. Split-Tunneling löst das Problem, denn der Datenverkehr zu Ihrem VPS läuft dann am VPN vorbei.
Öffnen Sie „Tunnel“
Die Schaltfläche befindet sich auf dem Hauptbildschirm unter der Serverkarte.
Wählen Sie den Modus „Manuell“
Geben Sie in das Feld die IP-Adresse oder die Domain Ihres VPS ein, einen Eintrag pro Zeile.
Verbinden Sie sich erneut mit dem VPN
Die Liste gilt, nachdem Sie die VPN-Verbindung getrennt und neu hergestellt haben. Verbindungen zu Ihrem VPS laufen dann am VPN vorbei. Der gesamte übrige Datenverkehr bleibt im Tunnel.
Unter Android können Sie statt einer Adresse die SSH-App vom Tunnel ausnehmen. Tippen Sie unter „Apps, die das VPN umgehen“ auf „Apps auswählen“ und setzen Sie ein Häkchen bei Ihrer SSH-App.
Ben's VPN ist ein VPN-Dienst, kein Hosting-Anbieter
Eine Website oder einen Bot können Sie bei uns nicht betreiben. Wir schützen die Verbindungen, die Ihre Geräte herstellen.
Ein Abonnement umfasst unsere Apps für Smartphones, Computer, Fernseher und Router (siehe Apps für alle Geräte). Das Protokoll wählt die App automatisch unter VLESS + REALITY, XHTTP, Hysteria2 und Shadowsocks aus. Unser Überblick über VPN-Protokolle erklärt, warum es 4 Protokolle sind und wofür sich jedes eignet.
Die Schaltfläche „Standort“ auf dem Hauptbildschirm öffnet das Fenster „Land ändern“ mit der Liste der Standorte. Die Option „Bei Standortwechsel automatisch verbinden“ ist standardmäßig aktiviert. Mit dieser Option stellt die App die Verbindung sofort her, wenn Sie einen Standort wählen.
Ist die Verbindung instabil, kann die App den Datenverkehr über einen zusätzlichen Server in einem Drittland leiten. So funktioniert „Multihop“ im automatischen Modus.

Fragen und Antworten
Schützt ein VPN auf meinem Laptop auch den VPS selbst?
Nein. Das VPN schützt die Verbindungen Ihres Geräts. Ihr VPS im Rechenzentrum ist unabhängig von Ihrem VPN aus dem Internet erreichbar. Schützen Sie ihn gesondert mit Systemupdates, SSH-Schlüsseln statt Passwörtern und einer Firewall.
Sind die Server eines VPN-Dienstes auch VPS?
Das können virtuelle Maschinen oder ganze physische Server sein, je nach Dienst. In beiden Fällen wartet der Dienst die Server, nicht Sie.
Sieht der VPN-Dienst, was ich per SSH auf meinem VPS mache?
Nein. SSH verschlüsselt die Sitzung auf dem ganzen Weg von Ihrem Gerät bis zum VPS. Der VPN-Server sieht nur eine verschlüsselte Verbindung zur Adresse Ihres VPS. Wenn Sie diese Adresse im Modus „Manuell“ eintragen, läuft die Verbindung am VPN vorbei.
Wie verbinde ich alle Geräte zu Hause ohne eigenen VPS mit einem VPN?
Verbinden Sie den Router selbst mit dem VPN. Die App Ben's VPN läuft auf Keenetic-, Netcraze-, OpenWrt- und MikroTik-Routern. Für andere Modelle finden Sie auf der Kontoseite Einstellungen für PPTP und OpenVPN.
Brauche ich einen VPS, um Ben's VPN zu nutzen?
Nein, und auch eine Registrierung ist nicht nötig. Auf einem Smartphone oder Computer legt die App beim ersten Start ein Gastkonto an. Ohne Abonnement öffnet die Schaltfläche „Verbinden“ das Fenster „Ben's VPN kaufen“. Dort wählen Sie einen Tarif und bezahlen. Um das Abonnement auf anderen Geräten zu nutzen, öffnen Sie den Tab „Mein Profil“ und wählen Sie „E-Mail verknüpfen“.








